Was ich an meinem Beruf besonders mag? Die Menschen! Die lustigen, manchmal aber auch sehr ernsten und offenen Gespräche mit meinen Patientinnen und Patienten und natürlich mit meinen Kolleginnen und Kollegen gehören für mich einfach dazu.
Besonders spannend finde ich es, wenn ich bei einer Behandlung einen Zusammenhang entdecke, der vorher noch nicht erkannt wurde. Wir Physiotherapeuten haben oft den Vorteil, dass wir deutlich mehr Zeit mit unseren Patientinnen und Patienten verbringen als die behandelnden Ärzte. Und wenn die Behandlung dann auch noch anschlägt, ist das einfach ein großartiges Gefühl.
Ich arbeite sehr gerne mit Menschen, die ich schon lange begleite. Auch bei ihnen gibt es immer wieder Veränderungen und neue Herausforderungen. Gleichzeitig mag ich orthopädische Beschwerden, bei denen nach einigen Behandlungen ein klarer Abschluss möglich ist. Und ein besonderes Faible habe ich für Lagerungsschwindel: Die Beschwerden können für Betroffene unglaublich belastend sein – umso schöner ist es, wenn manchmal schon eine einzige gezielte Behandlung eine deutliche Verbesserung bringt.
Gute Therapie bedeutet für mich, dass wir beide zufrieden sind: meine Patientinnen und Patienten und ich. Dass sie verstehen, was wir gemacht haben, warum wir es gemacht haben und wie es weitergeht. Und wenn jemand nach einer Behandlung plötzlich schmerzfrei ist, ist das natürlich ein besonders schöner Moment.
Mir ist wichtig, dass Bewegung nicht nur während der Therapie stattfindet. Ich möchte nicht, dass Menschen einfach ein paar Übungen abarbeiten, sondern dass sie verstehen, was ihrem Körper guttut, und Bewegung ganz selbstverständlich in ihren Alltag integrieren. Denn genau dort entstehen für mich die langfristigen Veränderungen.
Im Laufe meiner Berufsjahre hat sich mein Blick auf Physiotherapie deutlich verändert. Früher standen passive Behandlungen wie Massage, Elektrotherapie oder Wärme viel stärker im Vordergrund. Heute arbeite ich lieber aktiv und lege großen Wert auf Bewegung, Eigenverantwortung und eine gute muskuläre Stabilität.
Und was ist typisch für mich? Ich gehe gerne spontan in eine Behandlung und schaue, was mich erwartet. Alles bis ins Kleinste vorzubereiten, ist nicht unbedingt meine Stärke. Dafür bin ich flexibel und kann mich gut auf die jeweilige Situation einstellen.
Meine Kolleginnen und Kollegen würden vermutlich noch etwas anderes ergänzen: Man hört meistens ziemlich genau, wo ich gerade in der Praxis bin.